Round Table China

China 2018 als Technologiestandort –
eine Bestandsaufnahme

05. März 2018 – Von A wie Alibaba bis Z wie Zuliefererverträge wurde China von Unternehmern aus der Hauptstadtregion im Format des Round Tables diskutiert, alles vor dem Hintergrund der Entwicklung des Landes als Technologiestandort.

Wo stehen wir heute, wo steht China? Was ist dran an Aussagen, dass China bevorzugt chinesische Industrien unterstützt um seine eigene Wirtschaft zu stärken? Wann könnte ein Tipping Point erreicht werden, an dem China in Hochtechnologien die Weltmarktführerschaft  beispielsweise im Automobilsektor erreicht? Brauchen wir eine Europa-Strategie und warum sollte man sich als deutsches Unternehmen eine China-Strategie setzen, ob man nun mit China Geschäfte anstrebt oder nicht?

Diese und weitere Fragen beschäftigten uns in einer intensiven Diskussion, begleitet von unserem Gastsprecher aus China, Herrn Jens Hildebrandt, Delegierter der Deutschen Wirtschaft und Leiter der Deutschen Auslandshandelskammer in Guangzhou. In seiner Präsentation  (pdf, 2.2 MB) erläuterte Herr Hildebrandt strukturiert, welche Entwicklungen der chinesischen Wirtschaft man heute als deutsches Unternehmen beobachten kann und sollte.

Angefangen von einer Übersicht über Chinas Wirtschaftspläne und insbesondere unter Bezugnahme auf „Made in China 2025“ zählte er anhand von Beispielen auf, was gerade in China passiert. Wussten Sie, dass zwar jeder von „Smart Manufacturing“ spricht, der chinesische Produktionsalltag aber mehrheitlich noch nicht auf der Stufe der „Industrie 4.0“ angekommen ist und sich überwiegend in der Vorstufe der „Industrie 2.0“ befindet? Ist Ihnen bewusst, dass unter rund 5200 Deutschen Unternehmen in China laut Ergebnissen der aktuellen Geschäftsklimaumfrage und der Innovationsumfrage der Deutschen Auslandshandelskammern in China rund ein Drittel (29.6%) aller befragten Unternehmen mit Investitionsabsichten bereits für dieses Jahr schon seine Forschung und Entwicklung in China plant? Und sind Sie fit im aktuellen Wirtschaftsjargon, wenn man beispielsweise von den drei Technologieriesen als “BAT” spricht? Gemeint sind hier die Konzerne Baidu, Alibaba und Tencent. Gerade letztere sind auch für Ihre China-Strategie zu berücksichtigen, wenn Sie sich im Feld des E-Commerce, Artificial Intelligence, im Marketing, der Gesundheitsbranche, mit Elektronik, IKT, oder auch StartUps beschäftigen. So sammeln die BAT’s unbegrenzt Daten und erstellen daraus umfangreiche Konsumentenprofile. Dieses Thema sollte für Sie und Ihre Geschäfte also nicht nur aus Sicht des Datenschutzes und im Rahmen von “Cyber-Security” interessant sein, sondern könnte auch Ihnen z.B. interessante Einblicke in das Konsumverhalten in China geben.

Kann man sich für China rüsten und wenn ja, wie?

Ganz eindeutig ermunterte Herr Hildebrandt hier die Unternehmer, sich von Negativschlagzeilen nicht irritieren zu lassen. Er verwies wiederholt auf eine gute Prüfung von Geschäftspartnern und hob rechtliche wie auch prüferische Beratungsdienstleistungen durch die AHK Büros in China hervor. Zudem bietet beispielsweise das China IPR SME Helpdesk Unterstützung hier vor Ort in Deutschland – vom Rechtsbeistand bis zu Vertragsvorlagen. Eine Übersicht von Rechtsantwaltskanzleien für deutsch-chinesisches Wirtschaftsrecht finden Sie auch hier.

Geschäfte um jeden Preis? 

Auch wirtschaftspolitisch zeigte sich der Round Table interessiert. Deutsche Unternehmen sollten sich grundsätzlich nicht scheuen sollten, Geschäfte mit chinesischen Partnern einzugehen. Warum wurden nun die deutsche Außenwirtschaftsverordnung bezüglich der Prüffristen für Unternehmenskäufe ausländischer Investoren angepasst (Link zur Seite “Investitionsprüfung” des BMWi)? Antworten darauf richteten u.a. den Unternehmerfokus auf mögliche langfristige Konsequenzen beim Verkauf deutscher Technologien für Deutschland. Deutschland und China – hier treffen zwei Systeme aufeinander. Eine freie Marktwirtschaft steht dem chinesischen top-down Modell von Wirtschaftsplänen gegenüber, der “sozialistischen Marktwirtschaft”.  Beispielsweise plant China, bis zu seinem 100-jährigen Jubiläum der Gründung der Volksrepublik 2049  mit über 30% zum weltweiten Bruttosozialprodukt beizutragen und damit an der Weltspitze der Wirtschaft zu stehen (Link zur chinesischen Quelle hier). Dieses Ziel wird in Wirtschaftsplänen stringent verfolgt und umgesetzt. “Made in China 2025” ist nur ein strategischer Unterpunkt des Planziels.  Was wird Deutschland 2049 bieten? Welche Schlüsseltechnologien bewahren oder entwickeln wir in den kommenden 20 Jahren?
Es gilt, sich in jedem Fall aus mehreren Blickwinkeln mit Deutschlands heute schon größtem Wirtschaftspartner zu beschäftigen, sowohl als Unternehmer als auch als Land.

Sprechen Sie uns für Ihre China-Strategie an und tauschen sich über individuelle Risiken, Chancen und mehr mit uns aus.  

Weiterführende Links:

* Rückschau zur “Belt and Road Show“, IHK Potsdam 2018
* Studie der GTAI zu “China als Wettbewerber für Deutsche Firmen auf Drittmärkten (pdf, 1.6 MB)“, GTAI 2015
* Artikel in der IHK Potsdam FORUM Mitgliederzeitschrift zu StartUps in China – “Auf der Überholspur (S. 12-13, online Version)“, IHK Potsdam 2017
* Kurzpräsentation zu neuen Märkten und zum Markteinstieg in China How to enter new markets in China (pdf, 2.4 MB)“, IHK Potsdam 2017

Bei weiteren Fragen und für Details wenden Sie sich bitte an die Auslandshandelskammern in China oder Ihre regionalen IHK Ansprechpartner. Für den Kammerbezirk Potsdam steht Ihnen zur Seite:  

IHK Potsdam
Sabine Yang-Schmidt
Referentin International, Weltregion Ostasien/ Greater China
Tel: +49 331 2786-247
E-Mail

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