Reisebericht IRAN: Tag 6 – Reise nach Isfahan

Nach einer kurzen Nacht und einem kräftigen Frühstück teilt sich die Gruppe. Auf dem Programm standen zeitgleich der Besuch der IHK Isfahan und einer Lakritzfabrik.

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Besuch in Isfahan Chamber of Commerce, Mines and Agriculture

Auf dem Weg zur IHK kommen wir an einem der Wahrzeichen der Millionen-Stadt – der Brücke Pol-e Chādschu vorbei und treffen dort auf eine Gruppe der Wirtschaftsjunioren Baden-Württembergs, die ebenfalls auf dem Weg zur IHK ist. Pünktlich um 10:00 Uhr treffen wir ein und werden vom Direktor für Internationale Beziehungen, Saeid Ebrahimy begrüßt. Es folgt ein Treffen mit der Führungsspitze der IHK.

Der Präsident der IHK Isfahan, Abdolvahab Sahlabadi, der gleichzeitig auch Präsident des Iranischen Verbandes für Industrie, Bergbau und Handel ist, stellt uns die wirtschaftlichen Potentiale der Provinz (4,8 Millionen Einwohner) und der Stadt Isfahan (2,3 Millionen Einwohner) vor. Isfahan ist eine historische Stadt – ihre Ursprünge datieren bereits ca. 1000 v. Chr.

Isfahan ist die Hälfte der Welt“ (Eṣfahān neṣf-e ǧahān)

Die Stadt, über die ein persisches Sprichwort sagt „Isfahan ist die Hälfte der Welt“ (Eṣfahān neṣf-e ǧahān), gehört – wie auch Potsdam – zum Weltkulturerbe. Insofern spielt der Tourismus eine zentrale Rolle. Aber Isfahan ist auch hochindustrialisiert. Hier liegen die Wurzeln der Welt – Textilindustrie – das „Manchester Persiens“. Es gibt zahlreiche Minen, eine ausgebaute Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie, über 70 Industriegebiete. Hauptbranchen sind Metall, Petrochemie, Zement, Steine (Marmor/Granit), Erze (Blei, Zink, Gold).

Isfahan hat eine der besten Universitäten im Iran, mit 14.000 Studenten. Es bestehen zahlreiche traditionelle Bindungen zu Deutschland, an welche die IHK gern anknüpfen möchte. Es schließt sich ein reger Meinungsaustausch – weit länger und intensiver als geplant – an, in dessen Ergebnis verabredet wird, Unternehmensprofile in den relevanten Branchen und die jeweiligen Kooperationsinteressen auszutauschen. Wir sprechen eine Einladung zum Gegenbesuch in Potsdam aus und verabreden uns für ein Treffen auf der weltgrößten Kunststoffmesse “K 2016” in Düsseldorf, auf der die IHK Potsdam den Firmengemeinschaftsstand der Hauptstadtregion organisiert.

Lakritzfabrik

Am Donnerstagvormittag war die Delegation eingeladen, die Fabrik zur Produktion von Lakritz-Extrakt des Potsdamer/Berliner Unternehmers Yasser Shakeri in der Nähe von Isfahan zu besuchen.

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Das Extrakt wird aus Süßholzwurzeln, welche überwiegend aus Afghanistan kommen, gewonnen und in Form von Pulver, Paste oder in Blöcken an namhafte Hersteller von Süßwaren und Zigaretten geliefert. Die Brandenburger Unternehmer erfuhren nicht nur Interessantes über die Produktion von Lakritz, sie nutzten sie Gelegenheit auch, um zahlreiche Fragen über Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Unternehmensführung in Deutschland und im Iran zu stellen.

Meidān-e Naghsch-e Dschahān

Anschließend treffen sich beide Gruppen auf dem Meidān-e Naghsch-e Dschahān (Abbild der Welt), auch Meidān-e Emām („Platz des Imams“), im historischen Zentrum der Stadt Isfahan. Dieser gehört mit fast neun Hektar Fläche, zu den größten Plätzen der Welt.

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Der Platz wurde als Marktplatz, Gerichtsort, Spielfeld und Festplatz geplant und ist von monumentalen Bauwerken umgeben: Königspalast, Moschee und Basar. Alle zusammen bilden ein geschlossenes Ensemble, das die Verknüpfung von Weltlichem mit Geistlichem, von Kultur und Religion mit Handel und Kommerz symbolisieren soll.

Am Abend hat es sich Yasser Shakeri nicht nehmen lassen, die Gruppe zu einem Abschieds-Essen in das Berg-Restaurant Zagros einzuladen. Der Bus bleibt am Fuße des Berges zurück – wir werden mit Kleinbussen bis zum Eingang des Bergrestaurants gebracht – die letzten Meter legen wir zu Fuß zurück.

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Neben den kulinarischen Genüssen werden wir mit einem grandiosen Ausblick über das nächtliche Isfahan belohnt. Wir danken unserem Gastgeber für die schönen Stunden zum Abschluss unserer Reise und machen uns mit dem Bus auf den Rückweg. Doch es gibt unerwartete Probleme – welche genau, berichten wir in unserer Nachlese „Was sonst noch geschah …“

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