Reisebericht IRAN: Tag 4 – “Teheran die Dritte”

Auf dem Tagesprogramm stehen individuelle Firmenbesuche unserer Unternehmen bei ihren Partnerfirmen. Wer keine individuellen Termine hat, besucht den Industriepark Abbas Abad Industrial Town ca. 50 km südöstlich in einem Außenbezirk von Teheran gelegen.

Am Eingang des Parks werden wir von Sicherheitsleuten empfangen und durch den Park eskortiert. Wir besuchen den Küchenhersteller Akhavan, die Hausgeräte-Firma EMERSUN und die Messing-Stranggießerei AHAN AFRA Co. Bei Akhavam entdecken wir sogar einen Industrie-Roboter von ABB.

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Seitens der Firma EMERSUN wurde Kooperationsinteressen im Bereich Technologietransfer, Forschung und Entwicklung, gemeinsame Unternehmen, Zusammenarbeit auf Drittmärkten, Qualitätssicherung und Zulieferungen geäußert. EMERSUN zeigte sich zuversichtlich, bis 2020 zu den fünf stärksten Hausgerätemarken der Region Vorder- und Mittelasien zu gehören.

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Schließlich werden wir in das Verwaltungsgebäude des Industrieparkes gebeten. Abbas Abad Industrial Town ist die größte von 40 Industriestädten Teherans mit 2.100 Unternehmen und 27.500 Beschäftigten aus Chemie, Polymer, Metall, Guss, Zellulose, Elektrotechnik, Haushaltsgeräte und Glas. Alle Industriegebiete Teherans zusammen beschäftigen 27.500 Mitarbeiter in 11.400 Firmen. Abbas Abad vertritt die Industriestädteallianz bei der Regierung. Abbas Abad pflegt seit vielen Jahren intensive Kontakte zu Deutschland, so Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Morteza Eslamzadeh. Vor 6 Jahren wurde mit der AHK Iran eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Auch während der schwierigen Zeit der umfassenden Sanktionen hat die AHK die Kontakte nie abreißen lassen.

Wie sollte eine Strategie für Wirtschaftskooperationen gegenüber dem Iran aussehen?

Gute mittel- und langfristige Partnerschaftsbeziehungen könnten über Joint Ventures, Lizenz- und Patentverwertungsvereinbarungen, Projektfinanzierungen sowie Technologie- und Maschinenbaukonferenzen implementiert werden. Dr. Ezlamzadeh regte eine Vereinbarung über die künftige Zusammenarbeit zwischen der Brandenburger Wirtschaft und dem Industriepark Abbas Abad an. Eine solche Vereinbarung sollte den Rahmen bilden, deutsche und iranische Firmen „in geordneter Form“ zusammenzubringen. Wir haben die Prüfung eines entsprechenden MoU und die Erörterung im Außenwirtschaftsausschuss der IHK Potsdam zugesagt. Jede Seite wird dazu im Nachgang ein entsprechendes Papier mit ihren spezifischen Interessenslagen übermitteln.

Rückreise nach Teheran und Empfang zur Eröffnung des Büros von CMS Hasche Sigle

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Wir fahren zurück nach Teheran. Die Straße ist von zahlreichen kleinen Geschäften gesäumt. Gegen 18:00 Uhr treffen wir am Niavaran Palast ein. Hier findet ab 19:30 Uhr ein Empfang anlässlich der Eröffnung des Teheraner Büros von CMS Hasche Sigle statt, zu dem wir Brandenburger eingeladen wurden. CMS-Geschäftsführerin Shaghayegh Smousavi begrüßt uns und organisiert für die Gruppe spontan eine Führung durch den ehemaligen Palast des Schahs. Wir nehmen dankbar an – eine glückliche Fügung, die Zeit bis zum Beginn des Empfangs zu überbrücken. Das von dem iranischen Architekten Mohsen Foroqi entworfene Gebäude liegt auf einem etwa 9000 m² großen Teil im nordöstlichen Teil des Niavaran-Parks. Der Bau des zweieinhalb Etagen hohen Gebäudes begann im Jahr 1958 und wurde im Jahr 1967 vollendet. Ursprünglich sollte es als Gästehaus der Regierung genutzt werden, wurde aber dann zur Sommerresidenz des ehemaligen Schahs von Persien. Der letzte Schah Mohammad Reza Pahlavi hielt sich hier, meist zusammen mit seiner Familie, bis zur Iranischen Revolution auf. Das Dach des Palastes kann geöffnet werden, dank Motorentechnik „Made in Germany“.

Nach und nach treffen die zahlreichen Gäste im Palastgarten, der festlich geschmückt und beleuchtet ist, ein. Wir nutzen den gelungenen festlichen Abend, um viele neue Kontakte zu knüpfen.

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