Hospitationsbericht: Mostafa Moshafpanah

Author: Mostafa Moshafpanah (Hospitant an der IHK Potsdam im Rahmen von IRAN Horizonte, einem Gemeinschaftsprojekt von Goethe Institut, Auswärtigem Amt, DIHK und BDI)

ERSTE WOCHE

Ich heiße Mostafa Moshafpanah, komme aus Iran und habe mein Studium im Bereich Technologiemanagement (mit dem Schwerpunkt Technologietransfer) abgeschlossen. Im Rahmen des Programms „Iran-Horizonte: Chancen für die Zukunft“ nehme ich teil in einer Hospitation. Dieses Projekt wird durch Auswärtigen Amt, Goethe-Institut, Deutschen Industrie- und Handelskammertag und Bundesverband der Deutschen Industrie unterstützt und Deutsch-Iranischen Industrie- und Handelskammer beteiligt sich in diesem Programm. Das Gemeinschaftsprojekt „Iran-Horizonte“ fördert nicht nur den interkulturellen Austausch, sondern auch die Wirtschaftsbeziehungen mit dem Iran.
Junge und hochqualifizierte iranische Fachkräfte hospitieren dabei in deutschen Unternehmen aller Branchen.

Für zwei Monate arbeite ich im Fachbereich International bei der IHK Potsdam als Hospitant und beschäftige mich hauptsächlich mit dem Thema Iran. Hier werde ich unter anderem Informationsmaterialien rund um die IHK und Zusammenarbeit mit Iran zusammenstellen und Herrn Ullmann, Chef der Abteilung International, je nach Bedarf bei Terminen begleiten.

Nach einer Woche Interkultureller Programmes in Berlin, habe ich meine Hospitation bei IHK begonnen. Die Kolleginnen und Kollegen sind sehr nett und hilfsbereit, und auch sehr professionell. An dem ersten Tag gab es ein Vorstellungsgespräch, gleich danach habe ich über Aufgabenbereich des IHK informiert.

Herr Bert Wibel ist EZ-Scout hier in IHK und beschäftigt sich mit wirtschaftlicher Zusammenarbeit und Entwicklung. Er hatte schon eine Delegationskreise in den Iran gemacht, und hat mir über seine Erfahrungen erzählt.

 

ZWEITE WOCHE

Nach einer Woche kam eine Delegationsgruppe aus China (aus der Provinz Guizhou). Herr Ullmann Chef der Abteilung International hat einen Vortrag gehalten. Die wichtigsten Themen waren Zusammenarbeit mit der Provinz Guizhou und Investition Möglichkeiten in Brandenburg. In dieser Sitzung habe ich wichtige Informationen über wirtschaftliche Potentielle des Landes Brandenburg erhalten. Ich habe erfährt, dass Brandenburg im Bereich Logistik und Transport ein Knotenpunkt (Hub) ist. Am Ende haben wir ein gemeinsames Foto gemacht (Ich habe das Foto gemacht, und deswegen bin ich nicht auf dem Bild :-))

In der zweiten Woche fand die INNOTRANS (internationale Fachmesse für Verkehrstechnik) satt, und ich habe im Rahmen meiner Hospitation dort teilgenommen. Das war ein sehr interessantes Ereignis für mich, weil diese Messe Die größte ihrer Art ist und dort viele Firmen in allen Bereichen anwesend sind. Iran hat im Bereich Technologie und Wissenschaftliche Forschung an dieser Messe teilgenommen. Es gab einige Veranstaltungen und Seminare am Rande der Messebesuch. Auch meine Universität in Teheran (IUST) hatte einen Stand in dieser Messe, und Wissenschaftler aus der Abteilung Bahntechnik Ingenieurwesen präsentierten ihre neuesten Know-hows.

 

DRITTE WOCHE

In der dritten Woche fand eine Sitzung (internationaler Wirtschaftsausschuss) statt. Die Teilnehmer kamen aus verschiedene Wirtschaftssektoren und auch Auswärtiges Amt. In der Sitzung wurden verschiedenen Themen diskutiert, darunter Evaluierung von Leistung der Land Brandenburg in der Inotransmesse, und dann das Geschäft mit Iran und Umgang mit den neuen Sanktionen. Ein Wichtiger Schwerpunkt in diesem Sinne war Geldtransfer. Und dann es ging weiter mit dem Thema Menschenrechte und Maßnahmen gegen Firmen, die nicht diese beachten. Es gibt ein Nationaler Aktionsplan (entwickelt von Bundesregierung), dass durch Beauftragte des Auswärtiges Amtes (Holger Dreiseitl) präsentiert wurde.

 

VIERTE WOCHE

In der vierten Woche gab es eine Konferenz in IHK über Innovation. Das Enterprise Europe Network (EEN).  Das Netzwerk informiert über wirtschaftsrelevante Entwicklungen, Initiativen und Programme der Europäischen Union und hilft bei der Suche nach Geschäfts- und Technologiepartnern. Die Start-Ups können von Beratungen profitieren und ihre Ideen auf dem Markt bringen.

Nach Beendung der ersten Phase Meiner Hospitation und im Rahmen des Programms Iran-Horizonte habe ich in einem Dreitägigen Kurs in Berlin teilgenommen. Für den ersten Tag war es ein Interkulturelles Programm organisiert. Am zweiten Tag haben wir in einem Management Workshop teilgenommen. Der dritte Tag ein Unterricht über erforderliche Kompetenzen für eine gelungene Präsentation.

Inhalte des Trainings

Themen wie „(Selbst-)Management“ und „Wirksame Meetings“ standen in den Mittelpunkt des Workshops. Die vermittelten Inhalte lassen sich auf viele Arbeitsbereiche und Tätigkeiten sowie auf das berufliche und private Leben übertragen und dort auch Anwendung finden.

  • Grundlagen des Managements
  • Aufgaben und Werkzeuge eines Managers
  • Methoden des Selbst- und Zeitmanagements
  • Management von Chefs und Kollegen
  • Dimensionen von Führung
  • Meetings mit PEPS (Parkinson, Eisenhower, Pareto und SMART)

Es wurden PowerPoint-Präsentationen, Flipcharts, Metaplan-Karten und weitere Materialien, die das Lernen unterstützen, im Training eingesetzt. Im Anschluss haben wir eine Mail mit vertiefenden Informationen und Links zum Inhalt des Trainings bekommen. Herr Haase hat uns einige Aufgaben gegeben, die für eine erfolgreiche Durchführung des Trainings wichtig waren.

Fragen:

  1. Warum nehmt Ihr an „Iran-Horizonte“ teil?
  2. Was möchtet Ihr lernen?
  3. Was sind Eure Ziele?
  4. Was ist Euer besonderes Talent, das Ihr in das Training einbringen könnt/möchtet?
  5. Gibt es ein Zitat eines anderen Menschen (Freund, Familienmitglied, Dichter, Politiker,…), das Euch wichtig ist und das Euch im Alltag begleitet? Wenn ja, wie lautet das Zitat und von wem ist es?
  6. Was mögt Ihr an Sitzungen/Besprechungen?
  7. Was mögt Ihr nicht an Sitzungen/Besprechungen?
  8. Was ist „Management?

 

Aufgabe:

Wir sollten ein persisches Gedicht oder ein persisches Märchen (auf Deutsch oder Englisch) zum Training mitbringen, und für die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine kurze Zusammenfassung des Inhaltes wiederzugeben. Wir haben erläutert, was wir aus dem Märchen bzw. aus dem Gedicht für unser Leben und/oder für unsere Arbeit (Management) lernen können.

 

FÜNFTE WOCHE

Die IHK Potsdam begrüßte die Delegation aus China mit einem warmen Empfang durch Frau Yang-Schmidt (Referentin International, Weltregion Ostasien/Greater China). Die Stadt gilt aufgrund ihres Status als Sonderwirtschaftszone als eine bedeutende Stadt für ausländische Investitionen und ist eine der am schnellsten wachsenden Städte der Welt. Shenzhen ist eine der erfolgreichsten Freihandelszonen in China und hat eine große geschäftliche Bedeutung für Unternehmen aus aller Welt. Insgesamt sechs Teilnehmer aus Verschiedenen Industrie und Handels Bereichen nahmen teil an dieser Sitzung. Die zentralen Gesprächsthemen waren Zusammenarbeit mit der Provinz ShenZhen und Investitionsmöglichkeiten in Brandenburg. Frau Yang-Schmidt hat über die wirtschaftlichen Kompetenzen in Brandenburg gesprochen. Viele chinesische Unternehmen sind interessiert an Investitionen und auch Übernahmen von Firmen in Deutschland. In Zusammenarbeit zwischen Firmen aus beiden Ländern profitieren, besonders die Firmen aus der Region Brandenburg, um besseren Zugang zu dem lokalen Markt in Ostasien zu erreichen.

In dieser Woche feierte IHK Potsdam ihren 120 Geburtstag. Viele verschiedene Gäste waren eingeladen, darunter auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Die Industrie- und Handelskammer Potsdam wurde im Jahr 1898 gegründet. Mit einem Tag der offenen Tür und einer großen Leistungsschau der Brandenburger Wirtschaft hat IHK ihren Geburtstag gefeiert. Beim Festakt lobte Bundeswirtschaftsminister Altmaier die IHK Potsdam für ihren entscheidenden Beitrag zur Stärkung des Mittelstandes.

 

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