Geschäftsklimaumfrage für China 2018/2019 veröffentlicht

Die Deutsche Auslandshandelskammer in China hat jüngst den besten Indikator der Wirtschaftslage deutscher Unternehmen in China, ihre jährliche Geschäftsklimaumfrage (Business Confidence Survey) 2018/2019, veröffentlicht.

Hier die Umfrageergebnisse in Kürze (vgl. Executive Summary):

  • Gedämpfte Stimmung beim Ausblick auf die Wirtschaft
    China bleibt ein bedeutender Markt für deutsche Unternehmen, dennoch verringert sich der Wirtschaftsschwung vergangener Jahre. Die meisten deutschen Firmen erwarten zwar, Ihre Wirtschaftsziele für 2018 zu erreichen oder gar zu übertreffen, jedoch hat die Anzahl der positiv gestimmten Unternehmen abgenommen.

 

  • Weitere Investitionen sind geplant
    Rund 2/3 der deutschen Firmen planen weitere Investitionen in China in den kommenden 2 Jahren. Ein Drittel plant keine weiteren Investitionen, vorrangig wegen steigender Lohnkosten im Land. Weiterhin ist die Erwartung eines langsameren Wachstums in China, fehlender regulatorischer Transparenz, Planbarkeit und zunehmend heimischen Wettbewerbs Grund für keine neuen Investitionen.

 

  • Handelskonflikte Chinas mit den USA
    Bilaterale Beziehungen zwischen den USA und China berühren nur wenige deutsche Unternehmen in China, deren Geschäfte auf den Export aus China heraus aufgebaut sind. Die meisten deutschen Firmen produzieren in China für den chinesischen Markt, folglich stehen nur wenige im Spannungsfeld der sino-amerikanischen Wirtschaftspolitik.

 

  • Reform
    Vor rund 40 Jahren begann Chinas Reform- und Öffnungspolitik, die bis heute rund 50% der befragten Firmen mit Versprechungen zur Öffnung Chinas überzeugen. Jedoch sind die Erwartungen an die Umsetzung der Öffnung seitens deutscher Firmen nicht erfüllt worden.
    Weiterhin dominieren große Herausforderungen das wirtschaftliche Agieren deutscher Firmen in China, darunter

    • Bürokratie, administrative Hürden
    • Rechtsunsicherheit und regulatorische Intransparenz
    • Probleme mit Internetverbindungen, Zugang zum Internet
    • Personalprobleme (Finden und Binden von qualifizierten Fachkräften)
    • Steigende operative Kosten
    • Wirtschaftsabschwung
    • Steigender Wettbewerb durch einheimische Unternehmen

 

  • “Belt and Road Initiative” und “Made in China 2025”
    Die Geschäftsklimaumfrage beinhaltet zwei Abschnitte jeweils zur Belt and Road Initiative (BRI) und Made in China 2025 (MIC). Die Mehrheit der befragten Unternehmen gibt an, wie im Vorjahr nicht über Partner an der BRI beteiligt zu sein. Das Projekt MIC wird unter deutschen Unternehmen zu über 40% als unvorteilhaft betrachtet, u.a. wegen Unkenntnis über Beteiligungsmöglichkeiten oder aber auch Bevorzugung heimischer Unternehmen gegenüber ausländischen Firmen.

Beteiligt haben sich in diesem Jahr 423 Firmen an der Umfrage, von denen die meisten in den Küstengebieten Chinas stationiert sind. Über 70% der befragten Unternehmen sind Wholly Foreign Owned Enterprises. Die Mehrheit hat weniger als 50 Angestellte und produziert oder verkauft im Maschinenbau/ industrieller Ausrüstung.

Lesen Sie mehr über die Deutsche Wirtschaft in China über die Webseite der Deutschen Auslandshandelskammer in China: www.china.ahk.de.

 

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